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Es war ein Abend Anfang Mai. Der kleine Park auf Mosebacke war für das Publikum noch nicht geöffnet, und die Beete waren noch nicht umgegraben; die Schneeglöckchen hatten sich durch die Laubansammlungen des Vorjahres hindurchgearbeitet und waren gerade im Begriff, ihre kurze Laufbahn abzuschliessen, um den empfindlicheren Krokus Platz zu machen, die unter einem unfruchtbaren Birnbaum Schutz gesucht hatten; der Flieder wartete auf südliche Winde, um aufzublühen, aber die Linden boten den Buchfinken, die ihre mit Flechten bekleideten Nester zwischen Stamm und Ast zu bauen begonnen hatten, in ihren unaufgesprungenen Knospen noch Liebesdecken; noch hatte kein menschlicher Fuss die Kieswege betreten, seit der Schnee des letzten Winters verschwunden war, daher führten Tiere und Blumen ein sorgloses Leben in diesem Park. Die Spatzen sammelten allen möglichen Plunder, den sie dann unter den Dachpfannen der Navigationsschule versteckten; sie schleppten sich mit Stücken von den Raketenhülsen vom letzten Herbstfeuerwerk, sie lasen Strohhalme von den jungen Bäumen, die im Jahre vorher aus der Baumschule in Rosendal gekommen waren und -- sie sahen alles! Sie entdeckten Mullfetzen in Lauben und holten auch wohl zwischen den Splittern eines Bankfusses Haarbüschel von Hunden hervor, die sich seit dem Josephinentage im vorigen Jahr nicht mehr hier gebalgt hatten. Das war ein Leben!

Die Sonne aber stand über Liljeholm und schoss ganze Strahlenbündel gen Osten; sie drangen durch die Rauchwolken von Bergsund, sie eilten über den Ritterfjord, kletterten zum Kreuz der Riddarholmskirche hinauf, warfen sich auf das steile Dach der Deutschen Kirche, spielten mit den Wimpeln der Boote an der Schiffsbrücke, illuminierten die Fenster im Zollgebäude, beleuchteten die Wälder von Lidingö und verschwammen in einer rosenfarbenen Wolke, weit weit in der Ferne, wo das Meer liegt. Und von dort kam der Wind und machte denselben Weg zurück über Vaxholm, vorbei an der Festung, vorbei am Zollamt, bis zur Siklainsel, drang in Hästholm ein und sah sich die Sommerfrischen an; kam wieder heraus, eilte weiter und gelangte nach Danvik, entsetzte sich und stürmte davon, am Südstrande entlang, spürte den Geruch von Kohle, Teer und Tran, prallte gegen den Stadthofkai, stürzte nach Mosebacke hinauf, in den Park und fuhr gegen eine Wand. Im selben Augenblick wurde die Wand aufgetan von einem Mädchen, das eben die Verkittung der Doppelfenster entfernt hatte; ein entsetzlicher Geruch von Bratfett, Bierresten, Tannenzweigen und Sägespänen drang heraus und wurde vom Winde weit fortgeführt, der jetzt, während die Köchin die frische Luft durch die Nase einzog, die Fensterwatte erfasste, die mit Flimmer und Berberitzenbeeren und Heckenrosenblättern bestreut war und nun auf den Wegen des Gartens einen Rundtanz begann, an dem bald die Spatzen und Buchfinken teilnahmen, da sie nun ihre Wohnungssorgen zum grössten Teil beseitigt sahen.

FAQ

Is Das rote Zimmer free to read online?

Yes. Read Das rote Zimmer by August Strindberg online free on typereader, in German - no signup needed. Tap any word for an instant translation while you read.

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What reading level is Das rote Zimmer?

Das rote Zimmer sits around CEFR C1. Because every word has a one-tap translation, it also works a level below C1 for learners of German.

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