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Überhaupt scheint mir, dass Sie von den italienischen Frauen eine zu günstige Meinung haben.

Wieso? fragte ich.

Ich habe einige Ihrer Novellen gelesen. Nun, dass diese Arrabbiatas und Anninas doch auch im Süden etwas dünner gesäet sind, als der geneigte Leser sich einbildet, werden Sie selber zugeben. Beiläufig, und ganz unter uns: sind es Geschöpfe Ihrer Phantasie, oder Studien nach dem Leben?

Frei nach dem lieben Herrgott, der schwerlich finden wird, dass seine Originale durch meine Bearbeitung gewonnen haben.

Mag sein! Aber Sie leugnen doch nicht, dass Sie sich absichtlich immer die besten Exemplare ausgesucht haben? Da dürfen Sie sich denn nicht beklagen, wenn man Sie zu den Idealisten rechnet.

Beklagen? Wie sollte ich wohl! Ich finde mich da in so guter Gesellschaft, dass ich froh bin, wenn ich darin geduldet werde. Ebenfalls im tiefsten Vertrauen, Verehrtester: Ich habe nie eine Figur zeichnen können, die nicht irgend etwas Liebenswürdiges gehabt hätte, vollends nie einen weiblichen Charakter, in den ich nicht bis zu einem gewissen Grade verliebt gewesen wäre. Was mir schon im Leben gleichgültig war, oder gar widerwärtig, warum sollte ich mich in der Poesie damit befassen? Es gibt genug andere, die es vorziehn, das Hässliche zu malen. Sehe jeder, wie er's treibe!

Schön! Und vielleicht sogar richtig! Ich verstehe diese Dinge nicht. Aber ich habe immer sagen hören, die Poesie solle das Leben widerspiegeln. Nun denn, das Leben hat doch auch seine Kehrseite. Und zur Wahrheit gehört Licht und Schatten. Glauben Sie nicht, dass Sie es der Wahrheit schuldig sind, auch von den minder liebenswürdigen Figuren, die zum Beispiel in Italien herumlaufen, Notiz zu nehmen?

Sobald ich ein Buch über den italienischen Volkscharakter ankündige--gewiss! Aber ich gebe Geschichten. Wenn ich lieber Gcschichten schreibe, die mir selbst gefallen, als Schattenrisse von der Kehrseite der Natur, wen betrüge ich, als solche, die ihr Interesse dabei finden, sich betrügen zu lassen? Aber Sie haben mich auf die vielberufene Kehrseite neugierig gemacht. Was verstehen Sie darunter?

FAQ

Is Die Witwe von Pisa free to read online?

Yes. Read Die Witwe von Pisa by Paul Heyse online free on typereader, in German - no signup needed. Tap any word for an instant translation while you read.

Is there an audiobook of Die Witwe von Pisa?

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What reading level is Die Witwe von Pisa?

Die Witwe von Pisa sits around CEFR B2. Because every word has a one-tap translation, it also works a level below B2 for learners of German.

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