Excerpt
Tap any word to translate it
Der Dunst der brennenden Kohle erfüllte die Luft weithin. Aus tausend Schloten qualmte der Rauch, gelb, schwarz, grau und weiß, empor, und all' diese dicken Wolken lösten sich unmerklich auf in die ungeheure Dunstwelle welche unablässig auf Meilen hin das Flußtal in seiner ganzen Breite beschattete.
Ueber der kleinen Stadt lag sie wie ein dünner Schleier. Zuweilen lüftete diesen Schleier ein frischerer Windhauch, der von Süden das Tal heraufzog. Aber es dauerte nicht lange und er war wieder herniedergefallen auf die reizlosen Züge, die er wie in Mitleid verhüllte.
Eigentlich waren es zwei Städte, die hier zusammenlagen. Aber nur der Fluß, ein träger, gelber Fluß, trennte sie, und zwei Brücken verbanden sie: eine alte massive aus Stein, mit mächtigen Pfeilern und Quadern, die noch alles lautlos ertragen hatte, was über sie hinweggezogen war, und eine neue aus modernem Eisen, welche ächzte und bebte, wenn die großen Lastwagen über sie hin fuhren, und gräßliche Massen Staub unter den schweren Rädern hervorhustete.
Der Fremde, der auf den Höhen des Tales hinwandernd die roten und schwarzen Giebel zu seinen Füßen sah, glaubte nicht anders, als sie gehörten alle zu dem Bezirke einer Stadt. Aber die, welche unter diesen Giebeln wohnten, waren anderer Meinung. Und auf sie kam es doch an.
Seit undenklichen Zeiten lagen die Schwesterstädte einander in den Haaren. Die kleinen Reibereien endeten nie; die letzten Wahrzeichen der großen entscheidenden Schlachten aber waren die leeren Augenhöhlen der Gaslaternen auf der "alten" Brücke--: unter den Steinwürfen der den Alten nachzwitschernden, nein, nachheulenden Jugend beider Städte waren sie dahingesunken, unter Würfen, die ihre edleren Ziele leider verfehlt hatten.
In Dialogen von gleich klassischer Kürze und Schönheit endeten diese Kämpfe:
"Wart' nur, ich sahns abber meinem Vatter!" der eine.
Menschen der Ehe is also available as a synced audiobook: a real voice reads the text, each word highlighted as it’s spoken. Listen as an audiobook →
FAQ
Is Menschen der Ehe free to read online?
Yes. Read Menschen der Ehe by John Henry Mackay online free on typereader, in German - no signup needed. Tap any word for an instant translation while you read.
Is there an audiobook of Menschen der Ehe?
Yes - Menschen der Ehe has a word-synced audiobook: each word lights up as it is read aloud, so you can listen and follow the text.
What reading level is Menschen der Ehe?
Menschen der Ehe sits around CEFR B2. Because every word has a one-tap translation, it also works a level below B2 for learners of German.
typereader - the best way to learn German: read real books, tap any word to translate it, carried by word-synced audio. All books · Open the app →