typereader

Extrait

Touchez un mot pour le traduire

Die heutige Geologie steht im Zeichen eines Wechsels ihrer zusammenfassenden Grundanschauungen. Bis heute herrscht noch, wenn auch nicht mehr unbestritten, die von Dana, Albert Heim und Eduard Suess vertretene Theorie einer Schrumpfung der Erde. Wie ein trocknender Apfel durch den Wasserverlust des Innern faltige Runzeln an der Oberfläche bekommt, so sollten sich durch die Abkühlung und damit verbundene Schrumpfung des Erdinnern die Gebirgsfalten an der Oberfläche bilden. Suess fand den kürzesten Ausdruck: „Der Zusammenbruch des Erdballes ist es, dem wir beiwohnen“. Noch in der 1918 erschienenen 5. Auflage von E. Kaysers Lehrbuch der Allgemeinen Geologie wird diese Lehre vorbehaltlos angenommen. Man wird gewiss gern einräumen, dass diese Theorie das historische Verdienst hat, lange Zeit hindurch eine ausreichende Zusammenfassung unseres geologischen Wissens darzustellen. Heute ist sie aber bereits weit entfernt davon, dieser Aufgabe zu genügen, worin wohl die meisten Geologen und jedenfalls alle Geophysiker einig sind. Man hat sich aber bisher meist damit beschieden, dass „die Kontraktionstheorie längst nicht mehr voll anerkannt wird, und einstweilen keinerlei Theorie gefunden ist, die sie vollständig ersetzen und alle Umstände erklären kann“.

Von geophysikalischer Seite wird abgestritten, dass die Erde sich merklich abkühlt, weil durch den Zerfall der radioaktiven Stoffe in der Erdrinde so viel Wärme frei werde, dass die Temperatur sogar umgekehrt im Steigen sein könnte. Und die Geologen müssen zugeben, dass schon im Algonkium grosse Inlandeismassen die damaligen Polargebiete bedeckten, die Bodentemperatur also nicht viel anders gewesen sein kann als heute. Aber noch viel schlimmer steht es mit der eigentlichen Beobachtungsgrundlage der Schrumpfungshypothese, nämlich dem Gebirgszusammenschub. Denn es stellt sich als immer unmöglicher heraus, diese riesenhaften Zusammenschübe auf Rechnung einer Abkühlung der Erde zu setzen. Die Arbeiten von Bertrand, Schardt, Lugeon u. a. haben zu einer ganz neuen und eigenartigen Auffassung eines grossen Teiles der Alpenfaltung geführt, indem hier statt eigentlicher Falten schuppenartige „Deckfalten“ oder Überschiebungen angenommen werden. Hierdurch wird der Betrag des Zusammenschubes noch wesentlich grösser, als früher angenommen wurde. Heim hat nach der älteren Auffassung für den Schweizer Jura eine Verkürzung auf 4/5, für die Alpen auf 1/2 berechnet, dagegen nach den neuen Anschauungen für letztere 1/4 bis 1/8. Da die heutige Breite etwa 150 km beträgt, so wäre also hier ein Rindenstück von 600 bis 1200 km Breite (5 bis 10 Breitengraden) zusammengeschoben. Jeder Versuch, solche Grössen auf eine Temperaturerniedrigung des Erdinnern zurückzuführen, muss scheitern. Kayser bemerkt zwar, dass ein Zusammenschub um 1200 km nur 3 Proz. des Erdumfanges ausmacht, so dass sich auch der Radius um 3 Proz. verringert haben müsste, allein anschaulich werden diese Zahlen erst, wenn man die Temperaturen berechnet, die ihnen entsprechen. Legt man einen Mittelwert aus den vier linearen Ausdehnungskoeffizienten von Nickel (0,000013), Eisen (0,000012), Kalkspat (0,000015) und Quarz (0,000010) zugrunde [0,0000125], so kommt man -- allein um die tertiäre Faltung zu erzielen -- auf einen Temperaturverlust der Erde von etwa 2400°. Es bedarf keiner Erläuterung, dass man damit namentlich für die älteren Zeiten, in denen die Faltung viel universeller wirksam war, zu ganz absurden Temperaturen käme. Es ist auch nicht einzusehen, wie es physikalisch möglich sein soll, wie Heim will, dass die Schrumpfung eines ganzen grössten Kreises gerade an einer Stelle zum Austrag kommt. Wie Ampferer, Reyer, Rudzki, Andrée u. a. gefordert haben, müsste vielmehr die ganze Erdoberfläche gleichmässig von der Runzelung betroffen werden, was ja auch der trocknende Apfel zeigt.

Questions fréquentes

Peut-on lire Die Entstehung der Kontinente und Ozeane en ligne gratuitement ?

Oui. Lisez Die Entstehung der Kontinente und Ozeane de Alfred Wegener en ligne gratuitement sur typereader, en allemand, sans inscription. Touchez un mot pour sa traduction instantanée.

Existe-t-il un livre audio de Die Entstehung der Kontinente und Ozeane ?

Vous pouvez lire Die Entstehung der Kontinente und Ozeane avec la traduction au clic ; un livre audio synchronisé existe pour de nombreux autres titres.

Quel est le niveau de Die Entstehung der Kontinente und Ozeane ?

Die Entstehung der Kontinente und Ozeane se situe autour du niveau C1 (CECR). Chaque mot étant traduit d'un clic, il convient aussi un cran en dessous pour apprendre allemand.

typereader - la meilleure façon d'apprendre l'allemand : lire de vrais livres, chaque mot traduit d'un simple clic, porté par l'audio synchronisé. Tous les livres · Ouvrir l'application →

Lire sur typereader → Ouvrir l'application →